Skip to content

NOCTURNUS FILM

Film, Animation und VFX in NRW

Menu
  • News
  • Projekte
  • About
  • Kontakt
  • Impressum & Datenschutz
Menu

Spektakulärer Dreh in Island

Posted on 30. August 2026 by Daniel Raboldt

„14. August 2026, 3 Grad Celsius, Risk of black ice!“ zeigte der Bordcomputer unseres Mietwagens an, als wir nach unserem spektakulären Dreh am Dettifoss in Island und stark unterkühlt den Motor anließen. Nachdem die wenigen anderen Menschen den Ort verlassen hatten, endgültig frustriert wegen des starken Nebels, dem Nieselregen und der eisigen Kälte, waren wir geblieben. Und unser Ausharren wurde belohnt.

Foto von Daniel Raboldt

Nach einer Stunde des Wartens riss der Nebel auf und wir erblickten zum ersten Mal die ganze Schönheit dieses überwältigenden Ortes. Fast 200 Kubikmeter Wasser schießen hier pro Sekunde (!) in die Tiefe. Wagt man den etwas beschwerlichen, etwa einen Kilometer langen Weg durch die Geröllwüste dahinter, dann entdeckt man den sogar noch eindrucksvolleren Selfoss. Einen Wasserfall, der sich ganze einhundert Meter lang hinzieht und bei dunstiger Atmosphäre fast endlos wirkt. Den Dettifoss kennt vielleicht manch einer durch den Beginn von Ridley Scotts Film „Prometheus“, in dem eines der menschenähnlichen Aliens sich in die Wassermassen stürzt.

Auch für uns bedeutete dieser mystisch wirkende Ort nicht nur eine Menge aufregender Fotos (checkt doch mal Pias Foto-Seite), sondern auch er bildet auch einen der vielen Drehorte des Filmes „Atrachasis“, den ich in Island vier Wochen lang gedreht habe.

Daniel Raboldt filming a shot at a glacier in Iceland for Nocturnus Film
Foto von Pia Raboldt

Von der geheimnisvollen Halbinsel Snæfellsnes im Westen Islands und einem Zwischenstopp in Reykjavik bewegten wir uns gegen den Uhrzeigersinn bis in den hohen Norden nach Akureyri einmal um die komplette Insel. 5000 Kilometer Fahrt, (leider) eine Menge verbrauchtes Benzin, viele interessante Menschen, unzählige Schafe, ein Polarfuchs, viele Puffins (Verzeihung: Papageientaucher), mehrere Vulkane und der größte Gletscher Europas flößen einem tiefsten Respekt ein. Respekt vor einem Planeten, dessen ganze Geschichte hier wie in einer malerischen Zeitkapsel festgehalten wurde.

Eisberge fließen in den Ozean
Foto von Daniel Raboldt
Foto von Daniel Raboldt

Nirgendwo sonst wird man auch so stark konfrontiert mit den Folgen der Klimakatastrophe. Die Grenzen des 7700 Quadratkilometer großen Vatnajökull-Gletscher, haben sich in den letzten Jahren dramatisch verkleinert und man kann den Eisblöcken dabei zuschauen, wie sie in den Ozean abfließen. Ein zugleich malerischer und erschreckender Anblick. Obwohl wir die kalten Temperaturen dort oben, knapp unter dem Polarkreis, sehr genossen haben, verfolgten wir gleichzeitig mit Schrecken die Nachrichten aus dem Rest Europas über die Brände und die komplett ausgetrockneten Flüsse.

Der Film „Atrachasis“ handelt, angelehnt an das gleichnamige, fast viertausend Jahre alte Epos, von einem unsterblichen Wesen, das über einen Zeitraum von Äonen den Wandel des Universums bezeugt und letztlich – ebenso wie wir alle – einen Sinn in seinem Dasein zu finden versucht. Kein Land der Welt bietet sich so sehr dafür an wie Island. Selten wird man so direkter Zeuge der Formen und Strukturen, die unserer Welt zugrunde liegen. Hier kann man zwischen den Kontinentalplatten wandern, in eisige Höhlen oder die Abgründe von Vulkanen schauen. Man kann Wüsten durchqueren und sich in der Betrachtung einer zwar einfachen wirkenden, aber beim genaueren Hinschauen wahnsinnig reichen Vegetation verlieren.

Foto von Daniel Raboldt

Für „Atrachasis“ wählte ich wegen der Besonderheit des Drehortes einen anderen Zugang als gewöhnlich. Zwar habe ich schon des Öfteren mit kleinem Kamera-„Besteck“ an ungewöhnlichen Orten gedreht, nicht selten auch allein, aber wir wären nicht die erste Filmproduktion, die dank des unvorhersehbaren Wetters auf Island Schiffbruch erleidet. Es heißt „If you don’t like the weather in Iceland, wait five minutes!“ und da ist auch was dran. Da wir nie wussten, was uns erwartet und ob die Orte, die uns bei der Recherche ins Auge sprangen, auch tatsächlich so aussahen wie angekündigt und – noch wichtiger – nicht eventuell doch von Touristen überrannt sein würden, musste der Dreh improvisiert stattfinden. Das einzige, das vorher feststand, war die Grundidee für die Geschichte. Doch das Drehbuch habe ich während unseres Aufenthaltes dort geschrieben und auch laufend den Gegebenheiten angepasst. Das bedeutet, dass besonders eindrucksvolle Orte und gelungene Momente Szenen hervorgebracht haben, die es sonst womöglich nie gegeben hätte.

Nun sind wir auch damit nicht die ersten, denn gerade in Deutschland gibt es leider so manchen Filmemacher, der es für eine Qualität hält, keine Drehbücher zu verwenden und in manchen Kreisen wird das sogenannte „narrative Kino“ mit geübt elitärem Blick und hoch erhobener Nasenspitze nur belächelt. Damit es dennoch nicht zu den üblicherweise aus dieser Haltung resultierenden, leer mäandernden Filmen kommt, ist nun ein präziser Schnitt und eine sorgfältige Auswahl der insgesamt fünfzehn Stunden Material nötig. Und das, während die Arbeit an den beiden bereits gedrehten Spielfilmen „Shadow Road“ und „Die letzte Bahn nach Schlebusch“ (zu dem es ebenfalls bald etwas Neues gibt) ebenfalls weiter voranschreitet.

Nun ja, im Unterschied zu „Atrach“, der Hauptfigur des Filmes, leben wir ja alle nicht ewig. Und so lange man lebt, soll man drehen! 😉

Daniel Raboldt filming in Iceland
Foto von Pia Raboldt

Vielen Dank an Pia Raboldt, die diesen Island-Trip möglich gemacht, ihn geplant und finanziert und auch viele wunderschöne Fotos gemacht hat. Danke auch an unsere Guides, Adam und Mariza, die uns fachkundig zu Orten geführt haben, die wir sonst kaum erreicht hätten. Und selten sind mir beim Schreiben eines Blog-Artikels so sehr die Adjektive (überwältigend, malerisch, spektakulär, eindrucksvoll etc.) ausgegangen…

Die Filmkamera und ein Kompass auf der Karte von Island
Foto von Daniel Raboldt

 

 
Verwandte Beiträge:
 
  • Die Zukunft der Kreativität
  • Dokumente des Grauens
  • "Starfood" bei der Taunale
  • Eine Schule des Sehens - Wim Wenders

Beitragsnavigation

← Mit Alexander Kluge auf der Leinwand – Kurzfilmtage Oberhausen

News

  • Spektakulärer Dreh in Island
  • Mit Alexander Kluge auf der Leinwand – Kurzfilmtage Oberhausen
  • Harvesting the Future
  • „Starfood“ bei der Taunale
  • Die Zukunft der Kreativität
  • Eine Schule des Sehens – Wim Wenders
  • Begegnung mit Osteuropa
  • Dokumente des Grauens

Themen

  • A Living Dog (46)
  • Animationsfilme (6)
  • Cubus Anthology (2)
  • Die verlorenen Dörfer (8)
  • Erklärfilme (8)
  • Festivals und Preise (44)
  • Kurzfilme (70)
  • News (137)
  • Shadow Road (2)
  • Sonstiges (28)
  • TubeHeads (18)
  • Vorträge (2)

Filmauswahl

  • Dokumentationen
  • A Living Dog
  • A Living Dog (English)
  • Im Rücken der Geschichte (Dokumentarfilm)
  • Die Molekularbiologin
  • Gendroids
  • Spam Attack – The Movie
  • Furple Reign
  • The Last Survivor
  • Nur eine Phase
  • Was geschah – Man weiß es nicht
  • Monstrum
  • Sein letzter Zug
  • Archiv
© 2026 NOCTURNUS FILM | Powered by Minimalist Blog WordPress Theme
This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish.Accept Reject Read More
Privacy & Cookies Policy

Privacy Overview

This website uses cookies to improve your experience while you navigate through the website. Out of these, the cookies that are categorized as necessary are stored on your browser as they are essential for the working of basic functionalities of the website. We also use third-party cookies that help us analyze and understand how you use this website. These cookies will be stored in your browser only with your consent. You also have the option to opt-out of these cookies. But opting out of some of these cookies may affect your browsing experience.
Necessary
immer aktiv
Necessary cookies are absolutely essential for the website to function properly. This category only includes cookies that ensures basic functionalities and security features of the website. These cookies do not store any personal information.
SPEICHERN & AKZEPTIEREN