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	<title>Vorträge | NOCTURNUS FILM</title>
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	<description>Film, Animation und VFX in NRW</description>
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	<title>Vorträge | NOCTURNUS FILM</title>
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		<title>Eine Schule des Sehens &#8211; Wim Wenders</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Raboldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jun 2025 00:21:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzfilme]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kann man das Sehen eines Filmes erlernen? Wie schafft man es, jungen Menschen Freude an einem tieferen Blick in das Medium Film zu vermitteln? Funktioniert das auch mit Filmen, die sie sich sonst vielleicht nicht anschauen würden? Wer nicht nur als Filmemacher, sondern auch als Filmvermittler arbeitet, stellt sich diese Fragen sehr häufig. Jeder von...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;"><strong>Kann man das Sehen eines Filmes erlernen?</strong> Wie schafft man es, jungen Menschen Freude an einem tieferen Blick in das Medium Film zu vermitteln? Funktioniert das auch mit Filmen, die sie sich sonst vielleicht nicht anschauen würden? Wer nicht nur als Filmemacher, sondern auch als Filmvermittler arbeitet, stellt sich diese Fragen sehr häufig. Jeder von uns hat in seinen Projekten, Workshops und Seminaren viele verschiedene Wege probiert, den Film als Kommunikationswerkzeug, als &#8222;Empathiemaschine&#8220;, Verführungsmittel und auch als Unterhaltungsform Kindern und Jugendlichen so nahe zu bringen, dass sie danach vielleicht ein wenig anders auf die Leinwand schauen und sich auf neue Weise von den Bildern und Tönen gefangen nehmen lassen.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Wir leben in einer Welt, in der das visuelle Erzählen ebenso wichtig ist wie es auch weiterhin unterschätzt bleibt. Bilder zu &#8222;lesen&#8220;, sie einzuordnen, ihre Gemachtheit zu durchschauen (siehe unsere <a href="https://www.nocturnus-film.de/home/die-mondlandung-war-gefaelscht/"><strong>preisgekrönte Fälschung der Mondlandung</strong></a>) und sich vielleicht nicht sofort und ohne reflexive Skepsis von ihnen verführen lassen, ist eine Fähigkeit, die auch den meisten Erwachsenen leider fehlt. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Auch <a href="https://www.imdb.com/name/nm0000694/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Regisseur Wim Wenders</strong></a> und die <a href="https://wimwendersstiftung.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Wim Wenders Stiftung</strong></a> widmen sich dieser wichtigen Aufgabe. Beim <a href="https://wimwendersstiftung.de/nachwuchsfoerderung-2023/eine-europaeische-schule-des-sehens/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Projekt &#8222;Eine europäische Schule des Sehens&#8220;</strong></a> werden Schulklassen ein Schuljahr lang in mehreren intensiven Phasen der Filmrezeption und auch der Filmproduktion geübt, sich dem Medium auf intensivere und reflektiertere Weise zu nähern als der Durchschnittszuschauer. Das Projekt findet bereits zum zweiten Mal in Düsseldorf (in Kooperation mit dem <a href="https://www.duesseldorf.de/filmmuseum" target="_blank" rel="noopener"><strong>Filmmuseum Düsseldorf</strong></a>) und auch in Berlin statt.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Angeschaut wurden mehrere wichtige Werke der Filmgeschichte (u.a. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Giuseppe_Tornatore" target="_blank" rel="noopener"><strong>Guiseppe Tornatores &#8222;Cinema Paradiso&#8220;</strong></a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nora_Fingscheidt" target="_blank" rel="noopener"><strong>Nora Fingscheidts &#8222;Systemsprenger&#8220;</strong></a> und auch der geniale <a href="https://www.imdb.com/title/tt0249462/" target="_blank" rel="noopener"><strong>&#8222;Billy Elliot&#8220;</strong></a> von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_Daldry" target="_blank" rel="noopener"><strong>Stephen Daldry</strong></a>) und auch zwei Filme von Wim Wenders (<a href="https://www.imdb.com/title/tt0113151" target="_blank" rel="noopener"><strong>&#8222;Die Gebrüder Skladanowsky&#8220;</strong></a> und <a href="https://www.imdb.com/title/tt1440266" target="_blank" rel="noopener"><strong>&#8222;Pina&#8220;</strong></a>) selbst waren natürlich dabei. Die Schüler sahen die Filme immer in einer thematisch gebündelten Doppelvorstellung. Die Themen reichten von &#8222;Faszination Kino&#8220;, über &#8222;Wilde Kindheit&#8220; bis zu &#8222;Tanzleben&#8220;. Als Filmvermittler sprachen wir mit den Schülern über ihre Eindrücke von den Filmen, nahmen auch kritische Äußerungen und Rezeptionen ernst und danach ging es mit der <strong>praktischen Arbeit</strong> an die Schulen selbst. Die Schüler wurden pro Thema ermutigt, ihre eigenen Visionen mit der Kamera festzuhalten und es sind einige tolle Filme dabei entstanden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_3529" aria-describedby="caption-attachment-3529" style="width: 640px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-3529 size-large" src="https://www.nocturnus-film.de/home/wp-content/uploads/2025/07/Daniel_Raboldt_Wim_Wenders_Sven_Vuellers-1024x683.jpg" alt="Daniel Raboldt bei der Abschlussveranstaltung der Wim Wenders Stiftung, Foto von Sven Vüllers" width="640" height="427" srcset="https://www.nocturnus-film.de/home/wp-content/uploads/2025/07/Daniel_Raboldt_Wim_Wenders_Sven_Vuellers-1024x683.jpg 1024w, https://www.nocturnus-film.de/home/wp-content/uploads/2025/07/Daniel_Raboldt_Wim_Wenders_Sven_Vuellers-300x200.jpg 300w, https://www.nocturnus-film.de/home/wp-content/uploads/2025/07/Daniel_Raboldt_Wim_Wenders_Sven_Vuellers-768x512.jpg 768w, https://www.nocturnus-film.de/home/wp-content/uploads/2025/07/Daniel_Raboldt_Wim_Wenders_Sven_Vuellers-1536x1025.jpg 1536w, https://www.nocturnus-film.de/home/wp-content/uploads/2025/07/Daniel_Raboldt_Wim_Wenders_Sven_Vuellers-2048x1366.jpg 2048w, https://www.nocturnus-film.de/home/wp-content/uploads/2025/07/Daniel_Raboldt_Wim_Wenders_Sven_Vuellers-850x567.jpg 850w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption id="caption-attachment-3529" class="wp-caption-text"><em><span style="font-size: 10pt; font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Daniel Raboldt bei der Abschlussveranstaltung (Foto mit freundlicher Genehmigung von <a href="https://www.sven-vuellers.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Sven Vüllers</strong></a>)</span></em></figcaption></figure>
<h3 style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Das große Finale</span></strong></h3>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Am 27. Juni 2025 fand nun die <a href="https://www.duesseldorf.de/medienportal/pressedienst-einzelansicht/pld/eine-europaeische-schule-des-sehens-kurzfilme-praesentiert" target="_blank" rel="noopener"><strong>Abschlusspräsentation einiger dieser Filme auf der großen Leinwand</strong></a> statt. Mit über 200 Schülern war der Saal im Düsseldorfer Cinestar ordentlich gefüllt und einige der Filmemacher (im Alter von 14-18 Jahren) selbst wurden von <a href="https://soldierer.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Moderatorin Ute Soldierer</strong></a> auf der Bühne interviewt. Unterstützt von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hella_Wenders" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hella Wenders</strong></a>, <a href="https://www.anikalecomte.com/#top" target="_blank" rel="noopener"><strong>Anika Lecomte</strong></a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Donata_Wenders" target="_blank" rel="noopener"><strong>Donata Wenders</strong></a> war auch der Regiegroßmeister Wim Wenders selbst dabei und hatte sichtlich Spaß an den filmischen Ergebnissen dieser neuen Generation von (hoffentlich ein paar) Filmemachern. Auf der Bühne stellte er sich geduldig den vielen Fragen der Schüler, bevor dann <a href="https://www.sven-vuellers.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Fotograf Sven Vüllers</strong></a> das große Abschlussfoto mitr allen jugendlichen und erwachsenen Teilnehmern machte.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Ich selbst durfte auch kurz auf der Bühne meinen Senf dazu geben und habe die Gelegenheit genutzt, ein <strong>Plädoyer für kreative Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen</strong> zu halten, denen viel zu oft von Erwachsenen erzählt wird, welche Themen sie zu behandeln oder gar wegzulassen haben. Doch wie wir wissen, ist eigenständige kreative Betätigung der erste und wichtigste Schritt im Bewusstsein davon, <strong>dass man seine Welt gestalten kann</strong>.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Nur eine Generation von jungen Erwachsenen, die man früh ermutigt hat, eigene Ideen in die Tat umzusetzen, kann auch eine Gesellschaft jenseits von vermeintlichen &#8222;Alternativlosigkeiten&#8220; und sogenannten &#8222;Sachzwängen&#8220; phantasieloser Bürokraten <strong>neu denken und verändern</strong>. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Wer einmal erfahren hat, dass man eine Idee, die man vorher nur in der eigenen Imagination mit sich herumgeschleppt hat, plötzlich auf der großen Kinoleinwand, als Gemälde an der Wand, als Skulptur in den Händen, als Spiel auf der Bühne oder als Musikstück in den Ohren erleben kann, der kann diese Fähigkeit auch noch weiter in die Welt hinaus tragen. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Und wer momentan häufig genug die Nachrichten liest, der weiß, wie dringend wir diese Fähigkeit brauchen.</span></p>The post <a href="https://www.nocturnus-film.de/home/eine-schule-des-sehens-wim-wenders/">Eine Schule des Sehens – Wim Wenders</a> first appeared on <a href="https://www.nocturnus-film.de/home">NOCTURNUS FILM</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Dokumente des Grauens</title>
		<link>https://www.nocturnus-film.de/home/dokumente-des-grauens/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Daniel Raboldt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Jun 2025 17:49:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Sonstiges]]></category>
		<category><![CDATA[Vorträge]]></category>
		<category><![CDATA[dokumentation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Dokumentarfilm der besonderen Art Der Film &#8222;Nacht und Nebel&#8220; von Regisseur Alain Resnais (&#8222;Hiroshima Mon Amour&#8220;, &#8222;Auch Statuen sterben&#8220;) war der erste Dokumentarfilm, der im Jahr 1956 eine breite Bevölkerung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus konfrontierte. Entstanden durch die unermüdliche Archivarbeit der französischen Historikerin Olga Wormser und vieler anderer gelang den Machern damals ein...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Ein Dokumentarfilm der besonderen Art</span></h2>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Der Film <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nacht_und_Nebel_(Film)" target="_blank" rel="noopener"><strong>&#8222;Nacht und Nebel&#8220;</strong></a> von Regisseur <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alain_Resnais" target="_blank" rel="noopener"><strong>Alain Resnais (&#8222;Hiroshima Mon Amour&#8220;, &#8222;Auch Statuen sterben&#8220;)</strong></a> war der erste Dokumentarfilm, der im Jahr 1956 eine breite Bevölkerung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus konfrontierte. Entstanden durch die unermüdliche Archivarbeit der französischen Historikerin <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Olga_Wormser-Migot" target="_blank" rel="noopener"><strong>Olga Wormser</strong></a> und vieler anderer gelang den Machern damals ein Werk, das nicht die Überwältigung suchte, sondern neben den schockierenden Aufnahmen aus den Konzentrationslagern auch anstrebte, das mörderische faschistische System zu beleuchten und zu analysieren, das dazu geführt hatte.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Entgegen dem ursprünglichen Plan, einen traditionellen, die Fakten aufzählenden Dokumentarfilm zu machen, wählte der künstlerisch ambitionierte und rebellische junge Regisseur Resnais einen anderen Weg. Er wusste, dass ein einfaches Aneinanderreihen von Zahlen und Daten und Bildern die Zuschauer entweder komplett überfordern oder &#8211; was noch viel schlimmer gewesen wäre &#8211; der gleichen kalten bürokratischen Logik folgen würde, wie die Verbrecher, die er bloßstellen wollte.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Mit dem Voice Over des ehemals von den Nazis deportierten Schriftstellers und Lyrikers <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Cayrol" target="_blank" rel="noopener"><strong>Jean Cayrol</strong></a> (behutsam und eindrucksvoll ins Deutsche übertragen durch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Celan" target="_blank" rel="noopener"><strong>Paul Celan</strong></a>) und der kontraintuitiven und kontroversen Musik von Schönberg-Schüler<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hanns_Eisler" target="_blank" rel="noopener"><strong> Hanns Eisler</strong></a> produzierte er einen Film, der bis heute nichts von seiner Wirkung verloren hat, wenn er auch leider ein wenig in Vergessenheit geraten ist.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Damals führte er bei Erscheinen nicht nur zum Einschreiten der französischen Zensur, die das Bild eines mit den Nazis kollaborierenden Gendarms entfernt sehen wollte, sondern auch wegen des Eingreifens des deutschen Botschafters zu einem diplomatischen Skandal. Die deutsche Regierung verlangte, dass &#8222;Nuit et Bruillard&#8220; (so der Originaltitel) still und heimlich aus dem Programm des Cannes Filmfestivals entfernt werden sollte und der französische Informationsminister kam dem nach. Es bedurfte der internationalen Proteste, unter anderem durch Schriftsteller wie Heinrich Böll und Wolfgang Hildesheimer, um den Film dann doch noch außer Konkurrenz in Cannes zeigen zu können.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Am letzten Mittwoch habe ich auf <a href="https://moyland.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Schloss Moyland (Bedburg-Hau)</strong></a> einen Vortrag halten dürfen über die Entstehungsgeschichte des Films, seinen besonderen künstlerischen Anspruch und auch die darum entstandenen Kontroversen. Im anschließenden Publikumsgespräch, das zum Teil sehr emotional geführt wurde, wurde uns allen noch einmal bewusst, wie aktuell der Film bleibt. Alain Resnais und Jean Cayrol betonten bewusst die Universalität des Grauens und sprachen an alle nachkommenden Generationen, also auch an uns, eine deutliche Mahnung aus.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Der Dokumentarfilm endet zu den Bildern der Ruine eines Konzentrationslagers, größtenteils begraben unter Gras und kaum zu erkennen, mit folgenden Zeilen:</span></p>
<table style="width: 100%; border-collapse: collapse; background-color: #2e3b40; border-style: solid;">
<tbody>
<tr>
<td style="width: 100%;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">&#8222;Und es gibt uns, die wir beim Anblick dieser Trümmer aufrichtig glauben,</span><br />
<span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">der Rassenwahn sei für immer darunter begraben,</span><br />
<span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">uns, die wir tun, als schöpften wir neue Hoffnung,</span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">als glaubten wir wirklich, dass all das nur</span><br />
<span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">einer Zeit und nur einem Land angehört,</span><br />
<span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">uns, die wir vorbeisehen an den Dingen neben uns</span><br />
<span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">und nicht hören, dass der Schrei nicht verstummt.&#8220;</span><em><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 10pt;">(Text / Übersetzung von Paul Celan)</span></em></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h3><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif;">Die aktuelle Situation</span></h3>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Wir sehen aktuell, wie die Vereinigten Staaten, die erste moderne Demokratie in einer faschistoiden Diktatur versinken. Rechtspopulistische Personen wie Georgia Meloni gratulieren Trump ganz offen zu seinem brutalen Vorgehen. Wir haben in Deutschland eine rechtsextreme Partei, die mehr und mehr Fanatiker und Menschenfeinde für sich zu begeistern vermag, einen CDU-Kulturstaatsminister, der von rechten Signalphrasen wie &#8222;Familie, Heimat, Nation, Geschichte, Kulturkreis, Ordnung, Eigentum, Tugend und Religion&#8220; (Zitat aus seinem ekelerregenden &#8222;Konservativen Manifest&#8220;, das ich hier nicht verlinken möchte) träumt, während <a href="https://kulturrat-nrw.de/drastische-kuerzungen-der-mittel-fuer-die-freien-darstellenden-kuenste-vorgehen-des-nrw-kulturministeriums-bleibt-intransparent/" target="_blank" rel="noopener"><strong>die Kultur, die ihm angeblich so wichtig ist, gerade finanziell von seinen Parteigenossen zertrümmert wird</strong></a>. Wir haben einen Blackrock-Kanzler, der sich bestens mit Trump versteht und einen Innenminister, für den <strong><a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/zurueckweisung-grenze-rechtswidrig-104.html" target="_blank" rel="noopener">Gerichtsbeschlüsse zur Migration nur freundliche Anregungen darstellen</a></strong>, die man getrost ignorieren kann.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Es ist &#8211; um noch einmal kurz daran zu erinnern &#8211; das <strong>oberste Prinzip eines Rechtsstaats</strong>, dass das Recht nicht nur für die Bürger sondern gerade auch für den Staat und seine Vertreter gelten. Hier wird also nicht nur ein einzelnes Urteil ignoriert sondern das wichtigste rechtsstaatliche Prinzip überhaupt ausgehöhlt.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;"><strong>Ein Meisterwerk wie &#8222;Nacht und Nebel&#8220; ist kein simples historisches Dokument.</strong> Es tut das, was ein <a href="https://www.nocturnus-film.de/home/masuren-die-verlorenen-doerfer/"><strong>Dokumentarfilm und Kunst im Allgemeinen</strong></a> tun sollten, nämlich über einen konkreten Moment und das spezifische Individuum hinaus verweisen. <strong>&#8222;Das Bild wird Kunst, wenn es uns einen Blick auferlegt, an den wir uns nicht gewöhnen&#8220;</strong>, schrieb Jean Cayrol einst (zitiert nach <a href="https://literaturkritik.de/id/15829" target="_blank" rel="noopener"><strong>dem fantastischen Buch &#8222;Nacht und Nebel &#8211; Ein Film in der Geschichte&#8220; von Sylvie Lindeperg</strong></a>). Der Film ist eine Warnung, eine Analyse und er stellt uns vor eine Aufgabe.</span></p>
<h3><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Unsere Aufgabe</span></h3>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Die Grauen des Nationalsozialismus mögen &#8211; für manche &#8211; lange her sein, die meisten Zeitzeugen sind nicht mehr am Leben und über die Massengräber und Mordstätten ist Gras gewachsen. Aber das Kleben an der Macht, der Hang vermeintlich Schwächere zu drangsalieren, sie zu internieren, deportieren, verhöhnen und &#8211; letzten Endes &#8211; zu ermorden, ist eine Krankheit, die wieder und wieder auftreten und im schlimmsten Fall zur Epidemie werden kann. Wir sehen diese Krankheit aktuell (in sozialen Medien) unter den maskierten Masken der Beamten, die wehrlose Menschen aus ihren Häusern ziehen, sie auf der Arbeit, auf der Straße, im Supermarkt zu Boden drücken, weil sie die falsche Hautfarbe haben, sie durch die Innenstädte jagen, weil sie einem barbarischen Identitätswahn nicht zugehören wollen oder können.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Auch in den zynischen, kalten Gesichtern von Politikern, die von &#8222;Remigration&#8220; und völkerrechtswidrigen &#8222;Grenzschließungen&#8220; sprechen, die nach &#8222;Meinungsfreiheit&#8220; schreien, aber stets als erstes gegen Publizisten, Journalisten, Universitäten und Künstler vorgehen, ist sie erkennbar. </span><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;"><strong>Und sie findet sich in den Gesichtern derjenigen, die sich wegdrehen, die mit den Schultern zucken und den Barbecue-Grill anschmeißen, während Deutschland Waffen in Kriegsgebiete schickt und die Dividenden steigen.</strong> </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;">Es ist unsere Aufgabe und es bleibt unsere Aufgabe, uns dem entgegenzustellen. Alle Freiheiten, die wir haben (wenn wir denn welche haben) wurden immer GEGEN Staat und Kirche erstritten. Wir sollten uns nicht auf ausgerechnet diese beiden Akteure verlassen, wenn wir wollen, dass alles irgendwie gut wird. Die Macht ist immer nur auf ihrer eigenen Seite. </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: helvetica, arial, sans-serif; font-size: 14pt;"><strong>Solidarität engagiert sich für den Anderen. Es muss nicht mein &#8222;Nächster&#8220; sein.</strong><br />
</span></p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-3477 size-full" src="https://www.nocturnus-film.de/home/wp-content/uploads/2025/06/Filmstill_aus_Nacht_und_Nebel_4_C_Argos_Films.jpg" alt="Ein Standbild aus dem Dokumentarfilm &quot;Nacht und Nebel&quot;" width="1024" height="767" srcset="https://www.nocturnus-film.de/home/wp-content/uploads/2025/06/Filmstill_aus_Nacht_und_Nebel_4_C_Argos_Films.jpg 1024w, https://www.nocturnus-film.de/home/wp-content/uploads/2025/06/Filmstill_aus_Nacht_und_Nebel_4_C_Argos_Films-300x225.jpg 300w, https://www.nocturnus-film.de/home/wp-content/uploads/2025/06/Filmstill_aus_Nacht_und_Nebel_4_C_Argos_Films-768x575.jpg 768w, https://www.nocturnus-film.de/home/wp-content/uploads/2025/06/Filmstill_aus_Nacht_und_Nebel_4_C_Argos_Films-850x637.jpg 850w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>The post <a href="https://www.nocturnus-film.de/home/dokumente-des-grauens/">Dokumente des Grauens</a> first appeared on <a href="https://www.nocturnus-film.de/home">NOCTURNUS FILM</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
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